Upgrade auf TYPO3 6.2

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Für ein erfolgreiches Upgrade auf TYPO3 6.2 gibt es aufgrund der individuellen Seitenkonfigurationen kein Patentrezept, dieser Beitrag soll einen Leitfaden der in jedem Fall erforderlichen bzw. sinnvollen Schritte darstellen. Upgrades auf TYPO3 6.2 sind ausgehend von TYPO3 4.5 oder höher möglich.

0. Überprüfen der Systemvoraussetzungen:
Bevor mit dem Upgrade begonnen wird, sollten die Systemvoraussetzungen (insb. PHP- und MySQL-Versionen) überprüft und ggf. angepasst werden. Die Systemvoraussetzungen sind auf der TYPO3 Download-Seite ersichtlich. Auf größeren Installationen müssen ggf. die PHP-Umgebungsvariablen „memory_limit“ und „max_execution_time“ während des Vorgangs angepasst werden.

1. Backup von Datenbank und Dateien anlegen:
Vor dem Upgrade sollten unbedingt Datenbank und Dateien der bestehenden Installation gesichert werden. Wenn SSH-Zugriff besteht bietet es sich an „mysqldump“ und „tar“ zum Erstellen der Backups zu verwenden:

mysqldump -uUsername -p -hHostname Database > public_html/typo3conf/ext/dump.sql
tar cJf backup.tar.xz public_html

Alternativ kann das Backup auch mit FTP-Zugriff und z.B. phpMyAdmin erstellt werden.

2. Kopie der Installation für das Upgrade anlegen:
Das Upgrade der Installation wird idealerweise auf einer Arbeitskopie der bestehenden Installation durchgeführt und wird mit dem in Schritt 1 erstellten Backup erzeugt. Damit wird zugleich sichergestellt, dass das Backup funktioniert und im Fehlerfall eine Wiederherstellung damit möglich ist:

tar xJf backup.tar.xz public_html
mysql -uDevUsername -p -hDevHostname DevDatabase < public_html/typo3conf/ext/dump.sql

Abschließend müssen noch die Verbindungsdaten der Datenbank in „public_html/typo3conf/localconf.php“ angepasst werden.

3. Update des TYPO3 Core:
Als erster Schritt im Upgrade-Prozess erfolgt die Aktualisierung des TYPO3 Core auf die aktuellste Patch-Version. Ist beispielsweise TYPO3 4.7.17 installiert, erfolgt die Aktualisierung auf TYPO3 4.7.19. Dies ist mit dem Ersetzen des „typo3_src“-Verzeichnisses erledigt.

4. Aufräumen der Installation:
Zuerst werden alle nicht mehr benötigten Extensions im „Extension Manager“ deinstalliert und endgültig vom System gelöscht. Anschließend führt man im „Database Analyser“ des „Install Tool“ mit „COMPARE“ ein Update der Tabellen durch. Als nächstes erfolgt die Aktualisierung des „Reference Index“ (Extension „lowlevel“ muss hierfür installiert sein) im Modul „Admin tools > DB check“ bzw. über die Konsole (Hinweise siehe „Admin tools > DB check“). Abschließend können optional noch alle Tabellen mit temporären Daten (Cache-Tabellen, Logs, etc.) geleert werden.

5. Update bzw. Upgrade der Extensions:
Als nächstes werden die verbleibenden Extensions auf die letzte mit dem aktuell installierten TYPO3 Core kompatible Version aktualisiert (zuvor „Retrieve / Update“ des Extension Repository durchführen und Aktualisierungshinweise in der Dokumentation der Extensions berücksichtigen!). Sind Extensions in einer Version mit TYPO3 < 6.2 und in der nächsten mit TYPO3 > 6.2 kompatibel (d.h. es gibt keine Version die mit beiden TYPO3 Core-Versionen kompatibel ist), werden diese deinstalliert (allerdings nicht gelöscht) und erst nach dem Upgrade des TYPO3 Core wieder installiert.

6. Smoothmigration:
Als nächstes im „Extension Manager“ die Extension „smoothmigration“ installieren, die Anforderungen bzgl. Extbase und Fluid können ignoriert werden und nach der Installation „Clear all caches“ ausführen. Anschließend im Modul „Admin tools > Smooth Migration“ „Run all checks“ ausführen und abschließend alle in „Show report“ dargestellten Mängel beheben.

7. Upgrade des TYPO3 Core:
Nun wird der TYPO3 Core auf 6.2 aktualisiert und das nicht mehr in Verwendung befindliche Verzeichnis „t3lib“ gelöscht. Im folgenden Beispiel ist „typo3_src“ als Git-Submodule eingebunden:

cd public_html/typo3_src/
git fetch
git checkout tags/TYPO3_6-2-4
cd ..
git rm t3lib
git add typo3_src
git commit -m "[TASK] upgrade of TYPO3 core to v6.2.4"

8. Datenbank aktualisieren, Caches leeren und „Upgrade Wizard“ ausführen:
Achtung: In diesem Schritt dürfen keine Tabellen oder Spalten gelöscht werden, da sonst Daten der in Schritt 5 vorübergehend deaktivierten Extensions verloren gehen würden!
Um die Datenbank zu aktualisieren wird das „Install Tool“ direkt und nicht über das Backend aufgerufen (z.B. „http://webentwickler.at/typo3/install/“). Zuerst werden unter „Folder structure“ u.a. fehlende Order mit „Try to fix file and folder permissions“ angelegt. Anschließend wird unter „Important actions“ „Compare current database with specification“ aufgerufen und ausschließlich die vorselektierten Aktionen ausgeführt. Danach unter „Important actions“ „Clear all cache“ ausführen, daraufhin im „Upgrade Wizard“ alle Schritte einzeln durchführen. Abschließend erneut „Clear all cache“ unter „Important actions“ ausführen.

9. Reaktivierung der Extensions:
Zurück im Backend wird im „Extension Manager“ „Get extensions“ aufgerufen, um die neuesten Informationen des TER zu laden. Danach werden mit TYPO3 6.2 kompatible Updates der in Schritt 5 deaktivierten Extensions über „Get extensions“ installiert (Aktualisierungshinweise in der Dokumentation der Extensions berücksichtigen!).

Damit sollte das Upgrade abgeschlossen sein.

Installation von TYPO3 6.2 mit Git

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Die Verwendung von Git als Versionverwaltung für TYPO3 (Version Control System – VCS) ist unbedingt zu empfehlen, schließlich ergeben sich u.a. folgende Vorteile daraus:

  • Der eigene Code ist versioniert, d.h. sollte es zu Problemen kommen, kann die funktionierende Version einfach wiederhergestellt werden.
  • Der TYPO3 Core wird als Git-Submodule eingebunden, somit ist das Einspielen von Core-Patches (z.B. nach Sicherheitslücken) binnen Sekunden erledigt.

Die Installation von TYPO3 mit Git hat sich im Vergleich zu den Vorgängerversionen seit Version TYPO3 6.2 sehr vereinfacht:

1. Initialisieren eines leeren Git-Repositories im Webverzeichnis (z.B. „public_html/“):

git init

2. TYPO3-Core („typo3_src“) als Git-Submodule einbinden und in das Verzeichnis wechseln:

git submodule add git://git.typo3.org/Packages/TYPO3.CMS.git typo3_src
cd typo3_src/

3. Anzeigen der verfügbaren Tags (TYPO3 Core-Versionen):

git tag

4. Checkout des TYPO3 Core in der gewünschten Version (in diesem Fall 6.2.4):

git checkout tags/TYPO3_6-2-4

5. Wechsel zurück in das Webverzeichnis und anlegen der erforderlichen Symlinks:

cd ..
ln -s typo3_src/index.php
ln -s typo3_src/typo3

6. Kopieren der .htaccess-Datei für URL-Rewriting, etc.:

cp typo3_src/_.htaccess .htaccess

7. Ausschließlich „Programmcode“ soll im Git-Repository versioniert werden, daher werden „Benutzerdaten“ (z.B. hochgeladene Bilder, Dokumente) und weitere für die Versionierung nicht relevante Dateien/Ordner ausgenommen:

echo "# User
/fileadmin/
/uploads/
# Deprecation-Log
/typo3conf/deprecation*
# Enable Install Tool
/typo3conf/ENABLE_INSTALL_TOOL
# SQL
/typo3conf/*.sql
/typo3conf/*.sql.gz
# Temp
/typo3conf/temp_*
/typo3temp/
# IDE & OS
/.DS_Store
/.idea/
/nbproject/
*.swp
" > .gitignore

8. Initial commit im CommitMessage-Format für TYPO3:

git add .
git commit -a -m "[TASK] initial commit"

Die Verzeichnisse „fileadmin“, „uploads“,… und deren Unterverzeichnisse werden während der Installation automatisch angelegt, mit der nun im Browser begonnen werden kann.

Piwik-Problem „Please check your server configuration. You may want to whitelist „*.html“ files from the „plugins“ directory.“ beheben

Nach der Aktualisierung von Piwik von 2.2.x auf 2.3.0 erhält man für das Plugin „ZenMode“ den Fehler „Please check your server configuration. You may want to whitelist „*.html“ files from the „plugins“ directory.“. Das Problem ist, dass sämtliche Ordner des Plugins für den Webserver nicht lesbar sind und somit ein „Access denied“ die Folge davon ist. Eine Anpassung der Ordner-Rechte schafft Abhilfe – am einfachsten erledigt man dies via SSH ausgehend vom Root-Ordner von Piwik:

find plugins/ZenMode/ -type d -exec chmod 0755 {} \;

Alternativ ist natürlich auch eine Anpassung mittels FTP-Programm möglich, in diesem Fall muss man u.u. die Ordner-Struktur des Plugins händisch durchgehen.

Varnish-Problem „error while loading shared libraries: libvarnishapi.so.1: cannot open shared object file: No such file or directory“ beheben

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Neuere Versionen von Varnish benötigen das Modul „libvarnishapi.so“ für einen Reload bzw. beim Aufruf von varnishist, etc. Ein Reload führt hier zum Fehler:

$ sudo /etc/init.d/varnish reload
 * Reloading HTTP accelerator varnishd
/usr/bin/varnishadm: error while loading shared libraries: libvarnishapi.so.1: cannot open shared object file: No such file or directory

Das Modul bzw. die Datei „libvarnishapi.so.1“ lässt sich auch auf dem System nicht finden, da dieses beim üblichen Installationsprozedere mit „sudo apt-get install varnish“ nicht mitinstalliert wird. Abhilfe schafft eine Nachinstallation mit „sudo apt-get install libvarnish-dev“.

Individuelle Rahmen für Content Elemente

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Um Inhaltselementen (engl. Content Elements) in TYPO3 ein individuelles Aussehen zu verpassen (z.B. Überschrift und Text in einer abweichenden Farbe), hat man die Möglichkeit vordefinierte Rahmen zu verwenden oder auch eigene festzulegen. Die Einstellung „Einrückung und Rahmen“ (engl. „Indentation and Frames„) befindet sich in den Eigenschaften jedes (Standard-)Inhaltselements auf der Registerkarte „Erscheinungsbild“ (engl. „Appearance„). Damit die Einstellung dargestellt wird, muss „Zweite Optionspalette anzeigen“ (engl. „Show secondary options (palettes)„) am Ende in den Eigenschaften aktiviert sein.

Abhängig davon, welcher Wert für „Einrückung und Rahmen“ ausgewählt wird, werden unterschiedliche CSS-Klassen im HTML-Quelltext ausgegeben. Die vordefinierte Option „Standardframe“ führt beispielsweise zur Ausgabe der CSS-Klasse „csc-default“.

Um einen individuellen Rahmen festzulegen, fügt man im PageTS folgende Zeilen ein:

TCEFORM.tt_content {
	section_frame.addItems.101 = Individueller Rahmen
	section_frame.addItems.102 = Weiterer individueller Rahmen
}

Die Zahlen „101“ und „102“ stehen in diesem Beispiel für die IDs der Rahmen (um nicht unbeabsichtigt vordefinierte Rahmen zu überschreiben sollten Zahlen größer als 100 gewählt werden), „Individueller Rahmen“ und „Weiterer individueller Rahmen“ für die Beschreibungen, die als Optionen angezeigt werden. Anstelle einer hardcodierten Beschreibung, wie in diesem Fall, ist der Verweis auf eine Sprachdatei empfehlenswert (z.B.: „section_frame.addItems.101 = LLL:EXT:webentwickler_at/Resources/Private/Language/locallang_ttc.xlf:section_frame.I.101“).

Im TypoScript-Setup muss noch das gewünschte Verhalten festgelegt werden:

tt_content.stdWrap.innerWrap.cObject {
	101 =< tt_content.stdWrap.innerWrap.cObject.default
	101.20.10.value = csc-frame csc-frame-individual
 
	102 = TEXT
	102.value = <div class="another-individual-frame">|</div>
}

In diesem Beispiel erfolgt das Rendering des Rahmens „[101] Individueller Rahmen“ analog zu den vordefinierten Rahmen und es können sämtliche css_styled_content-Eigenschaften (z.B. „Oberer Abstand“ (engl. „Top Margin“)) verwendet werden. Für „[102] Weiterer individueller Rahmen“ ist dies nicht der Fall und es wird ausschließlich o.g. HTML-Tag als Rahmen verwendet.

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